Havarie der Costa Concordia

Im Januar 2012 machte die Havarie des Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia Schlagzeilen, kurz vor dem 100. Jahrestag des Titanic Untergangs lief das Schiff der italienischen Reederei Costa Crociere am 13. Januar 2012 vor der Insel Giglio im Mittelmeer auf Grund.

Obwohl es ja seit dem Untergang der Titanic 100 Jahre zuvor genügend Plätze auf den Rettungsbooten für alle Passagiere und alle Besatzungsmitglieder geben sollte und sowohl Besatzung als auch Kreuzfahrttouristen durch Notfallübungen auf eine Evakuierung des Schiffes im Notfall vorbereitet sein sollte, gab es ein Chaos und die Havarie vor dem kleinen Hafen Giglio Porto forderte Todesopfer.

Costa Concordia verunglückt vor Giglio

Warum es zur Havarie der Costa Concordia kam, das steht noch nicht so ganz fest. Die Aussagen diesbezüglich widersprechen sich immens. Fakt ist wohl nur, dass die Costa Concordia auf einer Kreuzfahrt durch das westliche Mittelmeer war und dort auf ein Riff auflief. Die Insel Giglio wurde dabei relativ dicht passiert. Um 21.45 Uhr am 13. Januar 2012 passierte dann das Unglück, das Kreuzfahrtschiff lief auf den Felsen Le Scole auf. Die Kollision beschädigte das Schiff schwer, an der Backbordseite der Costa Concordia soll ein etwa 70 Meter langer Riss sein. Im Rumpf stecken mehrere Meter große Felsstücke.

In das Schiff drang Wasser ein. Was dann geschieht, erinnert doch an das Chaos auf der Titanic. Es gibt allerdings viele verschiedene Berichte über die nächsten Minuten. Angeblich, so die Kreuzfahrtgesellschaft, solle der Kapitän noch versucht haben, den Hafen der Insel Giglio anzusteuern, die italienische Küstenwache berichtet allerdings, dass das Schiff schon wenige Minuten nach der Kollision nicht mehr manövrierfähig war, die Maschinenräume soffen wohl als erstes ab.

Angeblich soll nicht der Kapitän der Concordia sondern ein Passagier dann den Notruf verständigt haben. Obwohl auf der Titanic-Konferenz 1913 international verbindlich Notrufe festgelegt wurden, muss man nun wohl einsehen, dass so ein Notruf nur etwas taugt, wenn er auch sofort getätigt wird.

Die Evakuierung des Kreuzfahrtschiffes geriet dann wohl ins Chaos. Angeblich begann die Besatzung damit, die Passagiere in die Rettungsboote zu verfrachten ohne Anweisung des Kapitäns, der wohl noch abwarten wollte. Einer der Ersten, die das untergehende Schiff verließen, war wohl dann auch der Kapitän, der kurz nach dem Unglück auch von der italienischen Polizei festgenommen wurde.

Zum Zeitpunkt des Unglücks saßen die meisten der 3200 Passagiere der Costa Concordia beim Abendessen. Erst nach einer Stunde wurden die Passagiere dann aufgefordert, ihre Rettungswesten anzulegen. Das Signal zur Evakuierung kam erst kurz danach. Einige Passagiere sprangen dann in Panik über Bord, die Insel Giglio liegt auch nur wenige hundert Meter von der Stelle entfernt, wo das Schiff auf Grund lief. Zum Zeitpunkt der Havarie lag die Wassertemperatur an dieser Stelle des Mittelmeers bei etwa 14 Grad Celsius. Der erste Notruf soll, so berichtete die Küstenwache, erst um 22.30 Uhr, erst 45 Minuten nach dem Unfall, eingegangen sein.

Zum Unglückszeitpunkt befanden sich auf der Costa Concordia 4229 Menschen: Etwa 1000 Mann von der Besatzung, der Rest Passagiere aus Italien, Deutschland, Frankreich, Schweiz, Österreich und den USA.

Zahl der Todesopfer Costa Concordia

Die Zahl der Todesopfer, die das Unglück der Costa Concordia gefordert hat, ist noch unklar. Bis zum 17. Januar waren es insgesamt elf Leichen, die geborgen werden konnten. 22 Menschen werden allerdings noch vermisst.

Die Costa Concordia liegt aktuelle mit schwerer Schlagseite vor der Küste. Dadurch werden die Arbeiten der Rettungskräfte erschwert. Das Schiff kann noch weiter sinken und in eine tiefere Lage abrutschen, dennoch geht auch die Suche im Inneren des Kreuzfahrtschiffes weiter.

Nach dem Unglück kam es von Seiten der Passagiere auch zu schweren Vorwürfen gegen die Besatzung. Diese war wohl zu wenig ausgebildet, um auf die Notsituation richtig reagieren zu können. Zudem fehlte wohl eine Koordination und die Aufklärung und Information der Passagiere wurde bemängelt.

Immerhin gelang es das Schiff fast vollständig zu räumen. Teile der Besatzung haben sich inzwischen ebenfalls zu Wort gemeldet und im Gegenzug einzelne Passagiere kritisiert, die ob des Unglücks Zeit gefunden hatten Fotos zu machen und damit wohl auch die Rettungsarbeiten behindert haben.

Nach dem Unglück zogen nicht nur Medien sondern auch einige befragte Passagiere der Costa Concordia Parallelen zum Untergang der Titanic.


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